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Oppenwehe
gehört mit zu den ältesten Orten in der heutigen Gemeinde
Stemwede, begrenzt von den Kirchengemeinden Preußisch
Ströhen, Rahden, Wehdem, Brockum und Wagenfeld (Niedersachsen).
Nach Preußisch Ströhen ist sie die am weitesten im
Norden gelegene Gemeinde des Kirchenkreises Lübbecke
und eine der nördlichsten Gemeinden der Evangelischen
Kirche in Westfalen.
1227 erwähnt eine Urkunde zum ersten Mal den Ortsnamen
Oppenwehe, als der Ritter Helimbertus von Manen (Mehnen)
vier Höfe in Oppenwehe an das neugegründete Kloster
Levern verkaufte. In der Folgezeit war fast ganz Oppenwehe
dem Kloster Levern eigen.
Bevor die Kirche in Wehdem gebaut wurde, gab es in
Oppenwehe bereits eine Kapelle bzw. Klus.
Kirchenchronik: Passus aus der Mindeschen Kirchengeschichte
1753 G.H. Schlichthaber, Pastor Mindesch :
"Die Klus stand im Garten des Kolons Rohlfing Nr.
2. Noch heute bezeichnet man diese Stelle als Klusgarten.
Die Kapelle stand an geweihter Stätte. Darauf soll
die Ortsbennenung Oppenwehe zurückzuführen sein: Op
den Weihden = auf dem geweihten Orte."

"Alte Klus" um die Jahrhunderwende
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Vom 14. Jahrhundert bis in die Zeit der Reformation
hielt der Probst von Levern alljährlich nach Mariä
Geburt (8. September) den Gottesdienst zum Gedenken
an die Einweihung (Kirchweihfest).
Dem Gottesdienst schloss sich eine Prozession an.
Mit ihr verbunden war die "lange" Kirchmesse oder
Kirmesse, die sich von der Klus bis zum alten Postweg
hinzog. Besucher kamen von nah und fern, besonders
auch aus Ströhen und Wagenfeld.
Wagenfeld war zu der Zeit Wehdem bzw. Oppenwehe eingepfarrt
und hatte auch in der Kapelle zu Oppenwehe einen besonderen
Eingang, die "Wagenfeldsche Tür".
Der Oppenweher Markt (Kirmes) wird bis heute abgehalten.
1330 erhielt Wehdem eine Kirche. Seitdem wurde für
die Oppenweher Gemeinde die Wehdemer Kirche das eigentliche
Gotteshaus.
In der Kapelle fanden allmählich nur noch sieben Gottesdienste
im Jahre statt. Am Sonntag vor Mariä Geburt und dann
noch sechsmal in der Fastenzeit.
Um 1550 kam die Reformation auch nach Oppenwehe, spätestens
nach 1583, als im früheren Bistum Minden nur noch
evangelisch-lutherische Prediger anerkannt wurden.
Es ist nicht festzustellen, ob die Klus im Dreißigjährigen
Krieg abgebrannt ist oder ob sie abgebrochen wurde,
weil sie für Oppenwehe zu klein geworden war.
Die Einwohnerzahl Oppenwehes nahm ständig zu und ist
bis heute auf über 2000 gestiegen.
Früher gehörte Oppenwehe pfarramtlich zur Gemeinde
Wehdem, wurde 1947 zweiter Pfarrbezirk von Wehdem
und 1961, nach Abtrennung von Wehdem, selbständige
Kirchengemeinde.
Die Chronik hebt aber ausdrücklich hervor, dass die
ursprüngliche Oppenweher Kapelle nicht eine Filia
(Tochter), sondern eine Soror (Schwester) der Wehdemschen
Kirche war.
Tatsache ist, dass nach 1648 eine neue Kapelle errichtet
wurde. Sie stand an der Hauptstraße und hatte neben
dem Altar einen Taufstein und eine Opferurne. Unter
dem Schalldeckel der Kanzel hing lose eine aus Holz
geschnitzte Taube, das Symbol des Heiligen Geistes.
Vier schmucke Glasfenster mit Johannes, Paulus, Petrus
und Jakobus waren als Kanzelfenster eingebaut.
Sie sind noch erhalten und in der Sakristei und in
der Taufkammer der jetzigen Kirche eingebaut.

Innenraum der "Alten KLus"
1808 wurde neben der Kapelle ein Friedhof (Kirchhof)
angelegt. Da dieser, infolge Zuzugs nach dem zweiten
Weltkrieg, zu klein und eine Erweiterung wegen der
Lage und Bodenverhältnisse nicht möglich war, legte
die Gemeinde 1950 in der Nähe der Kirche einen neuen
geräumigen Friedhof an.
Das Ehrenmal für die Gefallenen und Vermissten beider
Weltkriege fügt sich zwischen Kirche und Friedhof
gut ein. Als 1847 in Preußisch-Ströhen eine eigene
Kirchengemeinde gebildet wurde, wurden bis 1890 fast
alle Tielger Einwohner, die bis dahin zur Kapellengemeinde
Oppenwehe gehörten, nach Preußisch-Ströhen eingepfarrt.

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